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Suppentag 2011

Suppentag 20. März 2011
Im Reformierten Kirchenzentrum Fislisbach
Der Ökumenische Suppentag ist in Fislisbach Tradition. Katholische und reformierte Christen führen miteinander diesen Anlass durch. Im Zentrum steht der ökumenische Gottesdienst mit anschliessendem gemeinsamen Suppenessen. Der Reinerlös geht dieses Jahr bereits zum fünften Mal an das Kinderheim Sunshine des schweizerischen Vereins Kiev Kids. Mit Geld und Know-how aus der Schweiz führt das, mittlerweilen in Fislisbach bekannte, Ehepaar Nathalie und Marek Wnuk diesen Betrieb. Sie werden wiederum während des Gottesdienstes über die weitere Entwicklung dieses wertvollen Sozialprojektes berichten.
Das Kinderzentrum SUNSHINE ist eine private Wohltätigkeitsinstitution. Sie wurde 2001 durch Natalie und Marek Wnuk gegründet, um Strassenkindern und hilfsbedürftigen Kindern ein neues Zuhause zu geben und ihre physische und seelische Gesundheit wiederherzustellen. Bei den lokalen Behörden in der Ukraine gilt das Heim als Musterbetrieb.
Das SUNSHINE bietet mehr als "Kost und Logis". Nebst Alltagspädagogik werden anerkannte Therapieformen angewendet wie Soziale Therapie, Arbeitstraining und Erlebnispädagogik. Diese Therapieformen bilden die Grundlage in der Arbeit mit den Kindern und helfen ihnen, ihr Selbstwertgefühl zu entwickeln. Die Kinder lernen ihre Verhaltens- und Denkmuster zu verändern und zu korrigieren, sowie ihre emotionalen Reaktionsweisen wahrzunehmen. Im SUNSHINE wird Wert gelegt auf Kommunikation und auf Qualitäten wie Empathie, Ehrlichkeit und der Fähigkeit, eigene Gefühle zu verstehen und sie ausdrücken zu können. Die Gruppentherapie findet in wöchentlichen Treffen, dem "Parlament", statt. Hier werden sowohl therapeutische als auch organisatorische Ziele verfolgt. In diesen Treffen diskutieren die Kinder und die Sozialpädagogen Alltagssituationen, Konflikte und Spannungen, sie planen Wochenaktivitäten und bereiten Freizeitaktivitäten vor.
In den Werkstätten und im Garten lernen die Kinder zu arbeiten. Unter Anleitung und Aufsicht eignen sie sich neue Fähigkeiten und Gewohnheiten an. Grundsätzlich ist "Arbeit" für die Kinder ein negativ besetzter Begriff. Der Werklehrer, der den Unterricht leitet, hat die Aufgabe den Kindern die Freude am Handwerk zu vermitteln und ihnen dabei neue Verhaltensmuster beizubringen. Sekundär bereitet er die Kinder für ihre spätere Berufslehre vor. Werken im SUNSHINE ist in folgenden Bereichen möglich: Holzwerkstatt, Metallwerkstatt, Fahrrad- und Motorradwerkstatt, Kerzen Studio, Nähatelier.
Im SUNSHINE ist die Erlebnispädagogik ein integrierter Teil des Therapieprozesses. Grundlegendes Ziel ist es, einen Gegenpol zu den negativen Erlebnissen zu setzen, welche die Kinder in ihrer Vergangenheit erlebt haben. Erlebnispädagogik wird nicht einfach als Mittel gegen die Langeweile eingesetzt, sie hilft den Kindern Charaktereigenschaften wie Selbstinitiative, Spontaneität und Kreativität zu formen; sie stärkt das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl; und sie hebt die Konsequenzen einer Entscheidung hervor, die das Kind getroffen hat. Das Kind lernt, sich innerhalb der Gruppe zu bewegen, mit anderen Probleme zu lösen und mit neuen Situationen, die ständig auftreten, zurechtzukommen.
Vor einigen Wochen konnten die Projektverantwortlichen in ihrem Dorf ein kleines Geschäft mit Kleidern eröffnen. Sie kaufen bei Grossverteilern gebrauchte Kleider ein, waschen und bügeln sie und präsentieren sie dann zum Verkauf. Sie können dadurch günstige Kleider für ihre Kinder im Heim einkaufen und gleichzeitig zwei 17-jährigen Jugendlichen eine Lehrstelle und die Chance auf einen späteren Job anbieten.
Nachdem ein Kind ins SUNSHINE aufgenommen wurde, durchläuft es drei Phasen:
1. Eintrittsphase: Die allgemeine Situation des Kindes wird überprüft. Um die physische Rehabilitation zu unterstützen, wird das Kind medizinisch behandelt und sein rechtlicher Status festgestellt. Für jedes Kind werden individuelle Erziehungsziele festgelegt und ein Ausbildungsprogramm erarbeitet.
2. Entwicklungsphase: In dieser Phase werden die Ziele, die in der Evaluationsphase gesetzt wurden, umgesetzt. Regelmässige Beobachtungen und Gespräche mit dem Kind finden statt, um seinen Entwicklungsprozess mitzuverfolgen.
3. Austrittsphase: Der Aufenthalt eines Kindes im SUNSHINE ist grundsätzlich dann beendet, wenn das Ziel - dass ein Kind selbständig wurde - erreicht wurde, oder wenn ein Kind in seine Herkunftsfamilie oder in eine Pflege- oder Adoptivfamilie gehen kann. Diejenigen Kinder, die selbständig wohnen können, werden begleitet in ihrer Suche nach einer Unterkunft und einer Arbeitsstelle. Kinder, die das SUNSHINE verlassen haben, werden regelmässig von einem Sozialpädagogen besucht und bekommen, wenn nötig, Rat und Unterstützung bei der Alltagsbewältigung.
Spendengelder
Das Sunshine kann dank Spendengeldern betrieben werden. Die Projektverantwortlichen haben damit einen umsichtigen und weisen Umgang. Mit dem Ziel von langfristigen und nachhaltigen Lösungen haben sie das Sunshine gegründet. Den Gedanken, Suppenküchen zu betreiben die nur eine warme Mahlzeit abgeben, ohne eine Lösung für die Kinder zu bieten und sie mit vollem Magen und warmem Pullover in die Kanalisation, Prostitution und Elend zurück zu schicken, lehnen sie ab. Schrittweise gelang es ihnen, unterstützt durch Freunde und freiwillig Mitarbeitende, die notwendige Infrastruktur bereitzustellen und mit ukrainischen Fachleuten das christlich pädagogische Konzept zum Wohl der Jugendlichen umzusetzen.
Auf www.sunshine-kiev.org und mit Rundbriefen wird laufend über die Aktivitäten, Erfolge und Anliegen des Sunshine informiert.